Zahlreiche Besucherinnen und Besucher feiern World Ranger Day im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Ein Blick hinter die Kulissen des Rangerberufs

Rhön, 13.08.2026 – Mit offenen Augen durch die Natur gehen, seltene Arten im Blick behalten, Besucherinnen und Besucher informieren und dabei jeden Tag dazu beitragen, die einzigartige Landschaft der Rhön zu bewahren: Wie vielfältig der Beruf der Rangerinnen und Ranger ist, konnten die Gäste beim diesjährigen World Ranger Day erleben – dieses Mal in Thüringen in der Erlebniswelt Rhönwald am Weidberg bei Kaltenwestheim.

 

Bei sommerlichem Wetter nutzten Familien, Naturinteressierte und Gäste aus der Region die Gelegenheit, mit den Rangerinnen und Rangern im länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ins Gespräch zu kommen. An Informationsständen, bei Mitmachaktionen und auf Führungen erhielten sie spannende Einblicke in den Arbeitsalltag der Naturschutzexpertinnen und -experten aus Bayern, Hessen und Thüringen. Die Führung rund um die heimische Insektenwelt stieß auf besonders großes Interesse. Volker Bauer, Ranger der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates machte hierbei deutlich, wie eng die Vielfalt der Rhöner Natur mit dem Engagement der Menschen verbunden ist.

 

Doch hinter dem World Ranger Day steckt mehr als ein Aktionstag mit Naturerlebnissen für die ganze Familie. Weltweit erinnert der 31. Juli an Rangerinnen und Ranger, die sich oft unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen für Natur- und Artenschutz einsetzen. Nach Angaben der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) verlieren jedes Jahr mehr als 100 Rangerinnen und Ranger ihr Leben im Dienst für die Natur, beispielsweise beim Kampf gegen Wilderei oder Umweltkriminalität.

 

Auch wenn die Arbeit im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön mit solchen Gefahren nicht einhergeht, war der Aktionstag Anlass, den Einsatz der Rangerinnen und Ranger sichtbar zu machen und wertzuschätzen. Denn auch hier leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag für den Schutz wertvoller Lebensräume, für die Umweltbildung und für ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur.

 

Arbeit der Ranger greifbar machen

„Viele Menschen denken bei Rangerinnen und Rangern zuerst an Kontrollgänge im Gelände. Tatsächlich sind wir aber vor allem Vermittler zwischen Mensch und Natur. Wir möchten Menschen für die Besonderheiten der Rhön begeistern und aufklären, warum bestimmte Lebensräume geschützt werden müssen“, erklärte Ranger Volker Bauer beim World Ranger Day. „Der Aktionstag bietet eine schöne Gelegenheit, direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, unsere Arbeit greifbar zu machen und Verständnis für Maßnahmen der Besucherlenkung zu wecken.“

 

Während sich an den Infoständen spannende Gespräche über Naturschutz, Artenvielfalt und den Rangerberuf entwickelten, zog es viele Besucherinnen und Besucher immer wieder hinaus auf das Gelände der Erlebniswelt Rhönwald. Dort warteten zahlreiche Möglichkeiten, die Natur aktiv zu entdecken und selbst auszuprobieren. Zwischen Erlebnisstationen, Spiel- und Lernangeboten wurde schnell deutlich, dass Naturbildung nicht nur durch Zuhören, sondern vor allem durch eigenes Erleben funktioniert. Gerade für Kinder wurde der World Ranger Day so zu einem Tag voller Entdeckungen – und für viele Erwachsene zu einer Gelegenheit, die Rhöner Natur mit neuen Augen zu sehen.

 

Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sind derzeit 14 Rangerinnen und Ranger tätig, davon sieben in Hessen und sieben in Bayern. In Bayern gehört zudem ein Digital-Ranger zum Team. Er unterstützt die Biosphärenreservatsverwaltung und den Naturpark Bayerische Rhön und gleicht beispielsweise Wanderwege mit digitalen Routenportalen ab.

 

Die Rangerinnen und Ranger übernehmen je nach Einsatzbereich unterschiedliche Aufgaben. Diese reichen von Naturschutz und Landschaftspflege über Bildung für nachhaltige Entwicklung bis hin zu Monitoring und Besucherinformation in den Schutzgebieten. Am jährlichen World Ranger Day zeigen sie gemeinsam, wie vielfältig ihre Arbeit ist und welchen wichtigen Beitrag sie zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Rhöner Natur- und Kulturlandschaft leisten.

Rangerinnen und Ranger gaben beim World Ranger Day in der Erlebniswelt Rhönwald Einblicke in ihre vielfältige Arbeit im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. / Foto: Lea Hohmann

Die Erlebniswelt Rhönwald bot den passenden Rahmen für Führungen, Mitmachaktionen und persönliche Begegnungen rund um den Rangerberuf. / Foto: Lea Hohmann