Gegen das Vergessen: Ausstellung zum jüdischen Leben in der Rhön eröffnet – Vortrag mit Dr. Michael Imhof am 26. Februar in Hilders
Rhön, 10.02.2026 – Jüdisches Leben prägte über Jahrhunderte die Rhöndörfer – wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch. Vor wenigen Tagen wurde in Hilders eine Ausstellung zum jüdischen Leben in der Rhön eröffnet, die von Dr. Michael Imhof initiiert wurde. Ein Teil der Ausstellung „400 Jahre Juden in der Rhön“ ist in der Mittelpunktschule zu sehen, der andere in der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Passend dazu findet dort am 26. Februar ein Vortrag mit Dr. Imhof unter dem Titel „Gegen das Vergessen – Jüdisches Leben in der Rhön“ statt.
Den Auftakt der Ausstellung bildete ein eindrucksvoller Vortrag von Dr. Michael Imhof in der Mittelpunktschule Hilders. Der Historiker beschäftigt sich seit über vier Jahrzehnten intensiv mit der jüdischen Geschichte der Region und gab einen Einblick in das Leben der Juden in der Rhön. Dabei machte er deutlich, welchen Einschränkungen und Verboten jüdische Bürgerinnen und Bürger ausgesetzt waren – etwa dem Ausschluss von Märkten – und dass Deportationen und Verfolgung nicht irgendwo, sondern „direkt vor unserer Haustür“ stattfanden.
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich bereits im Vorfeld im Unterricht intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und aktiv an der Ausstellung mitgewirkt. Ihr Engagement unterstrich, wie wichtig eine lebendige Erinnerungsarbeit ist, die junge Menschen einbezieht und ihnen historische Zusammenhänge aus der eigenen Region näherbringt.
Auch der Landtagsabgeordnete Sebastian Müller nahm an der Ausstellungseröffnung teil. In seinem Grußwort betonte er, dass es immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gebe und es deshalb umso wichtiger sei, die Erinnerung an jüdisches Leben und die Verbrechen der NS-Zeit wachzuhalten. Geschichte müsse präsent bleiben, damit sie sich nicht wiederhole. Er zeigte sich überzeugt, dass die Ausstellung viele Denkanstöße liefere und dazu anrege, Unterschiedlichkeit als Bereicherung wahrzunehmen. Ohne Kenntnis der Geschichte, so Müller, könne auch in Zukunft keine Verantwortung übernommen werden. Zu sehen ist die Ausstellung bis Ende März 2026.
Vortrag zum jüdischen Leben in der Rhön am 26. Februar in Hilders
Im Rahmen der Ausstellung findet am Donnerstag, den 26. Februar um 19 Uhr ein weiterer Vortrag von Dr. Michael Imhof in der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, Marienstraße 13, 36115 Hilders, statt. Unter dem Titel „Gegen das Vergessen – Jüdisches Leben in der Rhön“ gibt der Referent Einblicke in die jahrhundertelange gemeinsame Geschichte von Juden und Christen in der Region. Musikalisch begleitet wird der Abend von Jana Hengstler von der jüdischen Gemeinde Fulda. Der Eintritt ist kostenfrei.
Der Historiker beschäftigt sich seit über vier Jahrzehnten intensiv mit der jüdischen Geschichte der Region und gab einen Einblick in das Leben der Juden in der Rhön. / Fotos: Lea Hohmann
Ausstellung in der Mittelpunktschule in Hilders. / Foto: Lea Hohmann

