Rhöner Wildnis erleben! Länderübergreifender Kernzonentag im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön am 24. April 2026
Spannende Führungen durch die urtümlichen Wälder der Rhön
Rhön, 14.04.2026 – In Zeiten des globalen Artensterbens und des massiven Rückgangs natürlicher Lebensräume gehören sie zu den wichtigsten Rückzugsräumen unserer Landschaft: die Kernzonen in UNESCO-Biosphärenreservaten wie der Rhön. Sie machen nur rund drei Prozent der Gebietsfläche aus, übernehmen jedoch eine zentrale Rolle für Naturschutz, Forschung und das Verständnis natürlicher Prozesse. Am länderübergreifenden Kernzonentag am Freitag, 24. April 2026, laden die Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön bei kostenfreien Führungen in Bayern, Hessen und Thüringen dazu ein, die Rhöner Wildnis zu erleben. Interessierte haben die Gelegenheit, diese besonders geschützten Waldgebiete aus nächster Nähe kennenzulernen.
Kernzonen stehen in allen UNESCO-Biosphärenreservaten exemplarisch für eine möglichst unbeeinflusste Entwicklung der Natur. Hier greift der sogenannte Prozessschutz: Wälder sollen sich ohne forstliche Nutzung natürlich entwickeln. In einigen Bereichen, die vor ihrer Ausweisung noch naturferne Bestände aufwiesen, begleitet ein behutsamer Waldumbau den Weg hin zu naturnahen Ökosystemen. Dadurch zeigen sich die Kernzonen der Rhön heute in unterschiedlichen Entwicklungsstadien – von urwaldähnlichen Altbeständen bis hin zu jüngeren, sich wandelnden Waldgesellschaften.
Kennenlernen eines besonderen Naturraums
Neben ihrer Bedeutung für den Naturschutz und die Forschung stehen Kernzonen – sofern der Schutz nicht beeinträchtigt wird – auch für Bildung für nachhaltige Entwicklung zur Verfügung. Beim länderübergreifenden Kernzonentag können Besucherinnen und Besucher bei geführten Wanderungen erleben, wie neue Wildnis entsteht, welche Pflanzen- und Tierarten hier Lebensräume finden und welche Rolle diese Schutzgebiete im Klimawandel spielen.
Erleben mit Rücksicht!
Zum Schutz der sensiblen Tier- und Pflanzenwelt gelten in den Kernzonen klare Regeln: Das Wegegebot ist einzuhalten, Pflanzen dürfen nicht gepflückt werden, Hunde sind anzuleinen und Müll ist wieder mitzunehmen. Störungen durch Lärm oder Licht sind zu vermeiden, der Einsatz von Drohnen ist untersagt. So kann Naturerleben und Naturschutz miteinander in Einklang gebracht werden.
Geführte Exkursionen in Bayern, Hessen und Thüringen
Bayern: Geführte Wanderung durch die Kernzonen der „Schwarzen Berge“
Gemeinsam mit Dr. Tobias Birkwald von der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, dem Naturpark Bayerische Rhön und dem Bayerischen Staatsforstbetrieb Bad Brückenau erkunden die Teilnehmenden die Kernzonen der Schwarzen Berge. Neben Besonderheiten der dortigen Tier- und Pflanzenwelt geht es für die Teilnehmenden entlang alter Laubbaumbestände durch das Exkursionsgebiet. Thematisiert werden außerdem Chancen und Herausforderungen des klimabedingten Waldumbaus. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Treffpunkt: 14 Uhr, Wanderparkplatz Würzburger Haus, https://v.bayern.de/36tPH
Dauer: ca. 3 Stunden
Festes Schuhwerk wird empfohlen.
Hessen: Unterwegs mit dem Ranger in der Kernzone des Naturschutzgebietes „Kesselrain“
Das in der Nähe des Roten Moores gelegene, 36 Hektar große Naturschutzgebiet „Kesselrain“ ist vollständig Bestandteil der Kernzonen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Ziel ist hier eine natürliche Waldentwicklung ohne menschlichen Einfluss.
Die Führung verläuft auf gut begehbaren Wanderwegen – unter anderem auf Teilstrecken des Rhönrundweges 13 (Gersfeld/Ehrenberg) – mitten durch urige, naturnahe Waldbestände. Unter Leitung von Ranger Hubert Stumpf und Revierförster Peter Seufert erleben die Teilnehmenden artenreiche Zahnwurz-Buchenwälder, Hang-Blockschuttwälder mit ihren Frühjahrsblühern sowie Hainmieren-Erlenwälder einschließlich des renaturierten Quell- und Oberlaufbereichs der Ulster.
Streckenlänge: ca. 7 Kilometer
Treffpunkt: Wanderparkplatz Kesselrain, 36115 Ehrenberg (Rhön) (Hessen)
Anmeldung erforderlich: Angabe von Name und Telefonnummer bis spätestens Freitag, den 24.04. um 10 Uhr unter https://bit.ly/3PZ26Db. Die Führung ist kostenfrei. Festes Schuhwerk ist erforderlich, Verpflegung bitte selbst mitbringen. Teilnahme auf eigene Gefahr.
Thüringen: Unterwegs in der Kernzone „Am Rhönkopf“
Gemeinsam mit ThüringenForst-Revierleiter Matthias Spiegel und Karola Marbach (Referentin für Forschung und Monitoring in der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön) geht es in die Kernzone „Am Rhönkopf“. Diese liegt zwischen Reichenhausen und Frankenheim/Rhön auf rund 780 Metern über dem Meeresspiegel und zählt mit ihrer Ausweisung im Jahr 1990 zu den ältesten Kernzonen der Thüringer Rhön.
Das 144 Hektar große Gebiet ist geprägt von Blockschuttfeldern, zahlreichen Quellen und der Nähe zur ehemaligen innerdeutschen Grenze. Heute bietet es Lebensraum für viele störungsempfindliche und bedrohte Arten, darunter die seltene Mopsfledermaus. Während der Rundtour werden unterschiedliche Untersuchungsmethoden vorgestellt und Einblicke in Veränderungen des Waldes und neue Forschungsergebnisse gegeben.
Treffpunkt: Parkplatz „Am Aussichtsturm“, Noahs Segel, Frankenheim, (Koordinaten: 50.568603, 10.079125)
Dauer: ca. 2,5 Stunden
Streckenlänge: ca. 5,5 Kilometer
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen. Die Exkursion ist für Familien geeignet (nicht mit Kinderwagen).
Lust, mehr über unsere Kernzonen zu erfahren?
Unter https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/unesco-biosphaerenreservat/zonierung-das-landschaftsschutzkonzept/kernzone gibt es jede Menge spannende Informationen rund um die wertvollen Lebensräume der Rhön.
Foto: Am 24. April findet in Bayern, Hessen und Thüringen wieder der länderübergreifende Kernzonentag statt. / Foto: Lea Hohmann
Foto: Im hessischen Teil der Rhön ging es im letzten Jahr zu einer geführten Wanderung durch die Kernzone Auersberg bei Hilders. / Foto: Lea Hohmann
Foto: Mächtige Rotbuche in einer Kernzone der Schwarzen Berge. / Foto: Dr. Doris Pokorny
Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön per App erkunden
Mit der offiziellen App „Biosphärenreservat Rhön“ lässt sich das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat bequem und digital entdecken. Eine 3D-Karte bietet Touren- und Ausflugstipps, ein Routing-Tool zeichnet Wander- und Radwege auf. Die App liefert wertvolle Infos zur Rhöner Natur, Verhaltenstipps sowie ein „Virtuelles Panorama“ für einen Rundumblick – auch im Offline-Modus verfügbar. Die kostenlose und werbefreie App ist für iPhones und Android-Geräte in den App-Stores erhältlich.


