„Rhöner Quellen und Bäche im Klimawandel“ – Vortrag jetzt online zum Anschauen

Vortragsreihe „In der Rhön – für die Rhön“

„Rhöner Quellen und Bäche im Klimawandel“ – Vortrag jetzt online zum Anschauen

Rhön, 03.03.2026 – Angesichts des Klimawandels werden unsere Rhöner Quellen und Bäche vor große Herausforderungen gestellt. Im Rahmen der Vortragsreihe „In der Rhön – für die Rhön“ beleuchteten die Referenten Stefan Zaenker, Lisa Knur, Dr. Anne-Kathrin Jackel und Stefanie Schiche das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Wer den Vortrag verpasst hat, kann ihn jetzt online ansehen.

Quellen sind Stellen, an denen Grundwasser aus dem Boden austritt. Sie sind Hotspots der Biodiversität. In ihnen kommen nicht nur typische Grundwasser- und Bachlebewesen vor, sondern auch zahlreiche Tiere, die ausschließlich in Quellen leben. Seit 30 Jahren werden die Quellen im Biosphärenreservat Rhön kartiert. Ein beispielloses Projekt, bei dem bis heute in 4.531 Quellen insgesamt 2.783 Tierarten nachgewiesen wurden. Darunter befinden sich auch einige neu entdeckte Arten von Muschel- und Ruderfußkrebsen sowie sehr seltene Tiere, wie die Rhön-Quellschnecke, die weltweit ausschließlich in der Rhön und im Vogelsberg vorkommt.

Der Klimawandel wirkt sich allerdings in vielerlei Hinsicht negativ auf Quellen und ihre Fauna aus. Höhere Temperaturen führen zu einer höheren Verdunstung und zu weniger Schnee, was zu geringeren Grundwasserneubildung sowie zu einer Erwärmung des Grundwassers führt. Schon jetzt ist zu beobachten, dass einige Quellen in der Rhön zeitweise oder gänzlich versiegen und der Grundwasserspiegel sinkt. Dadurch kommt es zur Druckumkehr zwischen Grundwasser und Bächen. Wasser sickert nun aus den Bächen in das Grundwasser. So gelangen auch Verschmutzungen aus den Bächen ins Grundwasser und verschlechtern damit die Qualität unseres Trinkwassers.

Naturnahe Bäche zeichnen sich durch eine gute Wasserqualität, Beschattung durch Stauden oder Bäume, freie Durchgängigkeit ohne Querbauwerke sowie eine hohe Strömungsvielfalt und damit eine große Vielfalt an Lebensräumen aus. Sie sind Hotspots der biologischen Vielfalt, tragen zum natürlichen Rückhalt von Wasser in der Landschaft bei, kühlen die Umgebung, reinigen das Wasser und sind attraktiv für das Ortsbild und die Naherholung.

Leider befinden sich derzeit nur noch wenige Gewässer in der Rhön in einem guten ökologischen Zustand. Begradigungen, Querbauwerke, Nährstoffeinträge und geringe Beschattung stellen die Bachlebewesen vor große Herausforderungen. Hinzu kommen Hitze, Trockenperioden und Starkregenereignisse, die durch den Klimawandel verursacht werden.

Es gibt jedoch zahlreiche bewährte Maßnahmen und Konzepte, um Gewässer zu renaturieren. Dazu gehören beispielsweise die Beseitigung von Ufer- oder Sohlsicherungen, das Einbringen von Totholz zur Verbesserung der Gewässerstruktur, die Bepflanzungen des Ufers oder der Rückbau von Querbauwerken.  Die Aufzeichnung der Online-Veranstaltung finden Sie unter: https://www.youtube.com/watch?v=cbf_aGDEo8U

Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön per App erkunden

Mit der offiziellen App „Biosphärenreservat Rhön“ lässt sich das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat bequem und digital entdecken. Eine 3D-Karte bietet Touren- und Ausflugstipps, ein Routing-Tool zeichnet Wander- und Radwege auf. Die App liefert wertvolle Infos zur Rhöner Natur, Verhaltenstipps sowie ein „Virtuelles Panorama“ für einen Rundumblick – auch im Offline-Modus verfügbar. Die kostenlose und werbefreie App ist für iPhones und Android-Geräte in den App-Stores erhältlich.

Foto 1: Quellbach am Kammberg. / Foto: Stefan Zaenker