Citizen Science Projekt zum Schutz des Schwarzen Apollo geht in die zweite Runde – Freiwillige in Bayern gesucht/Infoabend am 1. April

Wandern für den Artenschutz

Citizen Science Projekt zum Schutz des Schwarzen Apollo geht in die zweite Runde – Freiwillige in Bayern gesucht/Infoabend am 1. April

Oberelsbach und Bischofsheim, 18.03.2026 – Die Rhön ist Heimat für viele seltene Arten und gilt als einer der Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland. So bietet sie auch wichtigen Lebensraum für die seltene Tagfalter-Art Schwarzer Apollo, die deutschlandweit nur noch in wenigen Mittelgebirgen vorkommt und deren Population stark gefährdet ist.

Um herauszufinden, wo und wie weit dieser zu schützende Schmetterling bei uns aktuell noch verbreitet ist, wurde 2023 ein bürgerwissenschaftliches Projekt unter der Federführung der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und des Biodiversitätszentrums Rhön ins Leben gerufen. 25 Freiwillige engagierten sich in den Jahren 2023 und 2024 mit großem Engagement und erfassten in vorgegebenen Gebieten die Futterpflanze der Apollo-Raupen: bestimmte Lerchensporn-Arten (Corydalis). Dank dieses großen Einsatzes konnten erste Schutzmaßnahmen umgesetzt werden.

Der Schwarze Apollo ist jedoch weiterhin stark gefährdet, weswegen in diesem Jahr das Vorkommen von Lerchensporn in weiteren Gebieten erfasst werden soll.

Ziel des bürgerwissenschaftlichen Projekts ist es, anhand der Lerchensporn-Vorkommen auf weitere mögliche Verbreitungsgebiete des Schwarzen Apollos zu schließen. Dafür werden erneut Freiwillige gesucht. Sie sollten Interesse haben, sich mit ungefähr einem halben Tag Zeitaufwand während eines Spaziergangs für den seltenen Schmetterling einzusetzen. Hierfür unterwegs sind die Teilnehmenden ausschließlich auf offiziellen Wanderwegen; das Verlassen der Wege ist in den Schutzgebieten nicht erlaubt. Mithelfen können alle, die gerne in der Natur unterwegs sind, Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

Im zweiten Schritt werden dann mögliche geeignete Bereiche auf Falter hin abgesucht. Auch bei der Suche nach dem seltenen Tagfalter selbst freuen sich die Projektverantwortlichen im Juni auf Unterstützung. Basierend auf den gewonnenen Daten können die Biosphärenreservatsverwaltung und das Biodiversitätszentrum Rhön anschließend neue Schutzmaßnahmen mit den Naturschutzakteuren vor Ort entwickeln und umsetzen. Gemeinsam können so die Lebensräume des Schwarzen Apollos in der Rhön erhalten und weiter verbessert werden, damit es diese Schmetterlingsart in der Rhön auch in vielen Jahren noch gibt.

Infoabend für Interessierte am 1. April

Doch zunächst wird die Hilfe der Bevölkerung benötigt! Wer Interesse hat, sich für den Schutz des Schwarzen Apollos einzusetzen und im Projekt mitzuwirken, ist herzlich zur Infoveranstaltung am 01. April 2026 um 17.00 Uhr eingeladen. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz an der „Thüringer Hütte“ (Koordinaten 50.479386 10.083375). An diesem Abend werden die Ökologie des Schwarzen Apollos, Ziele des Projekts und der genaue Ablauf der Lerchensporn-Kartierung vorgestellt.
Anmeldungen per Mail bitte an .

Hintergrund: Der Schwarze Apollo und die überlebenswichtige Bedeutung des Lerchensporns

Der Schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne) gehört mit einer Flügelspannweite von fünf bis sechs Zentimetern zu den auffälligsten Vertretern unserer heimischen Tagfalter. Die Flügel haben eine weiße Grundfarbe mit einigen dunklen Flecken, und der äußere Rand der Vorderflügel scheint fast durchsichtig. In Deutschland gibt es den Schwarzen Apollo nur noch in wenigen Mittelgebirgen – in Bayern außerhalb der Alpen sogar nur noch in der Rhön, da der Apollo in allen anderen bayerischen Gebieten bereits verschwunden ist. Auch in Thüringen und Hessen wurde er außerhalb der Rhön nur an wenigen Stellen gefunden.

Angewiesen ist der Schwarze Apollo auf besonnte Waldränder und Heckensäume mit Lerchensporn-Pflanzen. In der Rhön kommen insgesamt drei verschiedene der im zeitigen Frühjahr blühenden Lerchensporn-Arten vor. Diese haben eine enorme Bedeutung für den Schutz des Falters, da sich die Raupen des Schwarzen Apollos ausschließlich von Lerchensporn ernähren. Gut erkennen lässt sich die Pflanze an ihrer lilafarbenen oder manchmal auch weißen Blütentraube und den gefingerten Blättern. Da so früh im Jahr nur wenig andere Pflanzen blühen, ist der Lerchensporn mit kaum einer anderen Pflanze zu verwechseln und sehr gut vom Weg aus zu erkennen.

Das Biodiversitätszentrum Rhön mit Sitz in Bischofsheim in der Rhön beschäftigt sich mit der Förderung der biologischen Vielfalt in den bayerischen Mittelgebirgen. Als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis entwickelt das Zentrum modellhafte Projekte zur Steigerung der Biodiversität. Gemeinsam mit den Bewirtschaftern erprobt es praxistaugliche und übertragbare Handlungskonzepte und bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse für die Fachwelt und Öffentlichkeit auf. Damit leistet das Biodiversitätszentrum einen Beitrag zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und trägt zum Aufbau und Schutz des europäischen ökologischen Netzes „Natura 2000“ mit seinen Arten und Lebensräumen bei. www.bioz.bayern.de


Foto 1:
Schwarzer Apollo (Quelle: Tilmann-Frunktke)
Bildunterschrift: Ein Schwarzer Apollo beim Sonnen auf Schlangen-Knöterich (Bistorta-officinalis)

Foto 2: Lerchensporn-Feld (Quelle: Tina Bauer-Biosphärenreservat Rhön)
Bildunterschrift: Lerchensporn – die einzige Futterpflanze der Apollo-Raupen