Sonderausstellung „Volk – Heimat – Dorf“

Seit 31. März 2019 ist die Sonderausstellung „Volk – Heimat – Dorf“ im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen zu sehen. Die Schau richtet ihren Fokus auf das ländliche Bayern in den 1930er und 1940er Jahren. Führungen und Vorträge bilden ein umfassendes Begleitprogramm. Die Vortragsreihe findet in Kooperation mit dem Rhönmuseum statt.

Die Sonderausstellung „Volk – Heimat – Dorf. Ideologie und Wirklichkeit im ländlichen Bayern der 1930er und 1940er Jahre“ wird vom 31. März bis 14. Juli 2019 im Freilandmuseum Fladungen gezeigt. Was änderte sich im Dorf nach 1933? Hinterlassenschaften der Hitlerjugend, des Reichsarbeitsdienstes und des Winterhilfswerkes künden von der nationalsozialistischen Durchdringung der Gesellschaft. Scheinbar harmlose Alltagsdinge wie Honigschleudern und Kochkisten, Kleider und Kinderspielzeug offenbaren auf den zweiten Blick, dass auch das als einfach und idyllisch propagierte Landleben alles andere als unpolitisch war.

Auch lokalgeschichtliche Besonderheiten der NS-Zeit in der Bayerischen Rhön thematisiert die Ausstellung, so den großflächigen Einsatz des Reichsarbeitsdienstes (RAD) im Rahmen des sogenannten Dr.-Hellmuth-Plans. Darüber hinaus boten Rhöner Dörfer und Kleinstädte ausgebombten und dadurch obdachlos gewordenen Stadtbewohnern Zuflucht in „Behelfsheimen“. In Fladungen zeugt bis heute die „Düsseldorfer Siedlung“ von diesen kriegsbedingten Umsiedlungsaktionen.

Umfassendes Begleitprogramm
Neben öffentlichen Führungen durch die Ausstellung finden Vorträge zum Thema statt. Die Vortragsreihe zur Sonderausstellung nimmt bestimmte Aspekte des ländlichen Alltags in den 1930er und 1940er Jahren in den Blick: Den Anfang macht Kreisheimatpfleger Reinhold Albert am 12. April mit seinem Vortrag über den Widerstand gegen die NS-Herrschaft in Rhön-Grabfeld. Am 10. Mai lässt Benedikt Feser, der Vorsitzende des unterfränkischen Dialektvereins, Zeitzeugen „sprechen“. Er zeigt Ausschnitte von Interviews mit Bewohnern aus dem Werntal, die vom Einfluss des zweiten Weltkriegs auf das Leben ihrer Dorfgemeinschaft berichten. Welche Gerichte typischerweise während dieser Zeit auf den Tisch kamen, thematisiert Dr. Renate Frisch am 12. Juli in ihrem Vortrag „Eintopfsonntag und Kochkiste – Wie kommt die Politik ins Kochbuch?“ Alle Vorträge finden um 19.30 Uhr in den Räumlichkeiten des Rhönmuseums Fladungen statt. Der Eintritt ist frei. Für interessierte Gruppen bietet das Freilandmuseum zusätzlich buchbare Führungen durch die Ausstellung an.

Weitere Informationen
Bei „Volk – Heimat – Dorf“ handelt es sich um eine Wanderausstellung der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Freilichtmuseen. Im Freilandmuseum Fladungen ist sie von Samstag, 31. März bis Sonntag, 14. Juli 2019 täglich von 9 bis 18 Uhr (außer an den Montagen im April) im Obergeschoss des Eingangsgebäudes zu sehen. Es gelten die Eintrittspreise des Freilandmuseums. Ein Begleitband vertieft und erweitert die Ausstellungsthemen. Er ist im Museumsladen erhältlich (13,00 EUR).

Begleitprogramm
Freitag, 12. Juli, 18 Uhr Führung & 19.30 Uhr Vortrag „Eintopfsonntag und Kochkiste“ – Wie kommt die Politik ins Kochbuch? Dr. Regina Frisch, Sprachwissenschaftlerin

Für Führungen wird der reguläre Museumseintritt erhoben, der Eintritt zu den Vorträgen ist frei (in Kooperation mit dem Rhönmuseum Fladungen).

Buchbares Angebot Gruppenführungen
Maximal 20 Personen pro Gruppe; geeignet für alle Altersstufen ab 12 Jahren
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Kosten: 50 € pro Gruppe zuzüglich Museumseintritt